Über uns

WIR VOM BODENSEE

Sie ist weltweit „höchstgelegene“, die „südlichste“ und die „internationalste“ Folkeboot-Flotte – die Flotte Bodensee.
Die „höchstgelegene“, weil 400 Meter über Normal Null gelegen, die „südlichste“ in Deutschland mit fast schon mediterranem Flair und die „internationalste“, weil sowohl schweizer, österreichische als auch deutsche Mitglieder dazugehören.
Und sehr familiär – das zeigt sich immer wieder, ob bei Regatten, beim Tourensegeln oder den gemeinsamen Unternehmungen, wenn mal nicht gesegelt wird – die „Folke-Leute“ sind eine große Familie. Man hilft sich gegenseitig und kümmert sich auch um die „Neuen“.
Wir treffen uns regelmäßig zu mehreren Regatten im Jahr. Aber auch andere Aktivitäten wie Sternfahrten, Ski-Meetings und Wanderungen stehen auf dem Programm. Jeder beteiligt sich wie er will oder kann. Dabei kann sich Spaß durchaus mit sportlichem Anspruch mischen.

Zu den „Urvätern“ der Folkeboot-Flotte Bodensee gehören: Josef „Sepp“ Locher, Walter Sterkel, Hartwig Damaschke, August Heinzle, Egon Kohler, Ewald Rommel, Albert Stumpp, Willi Nolting und Hans Peter Grauer. Sie waren 1966 die Gründer der „Folkeboot-Flotte Bodensee“. Heute sind in der „Folkeboot-Familie“ am Bodensee ca. 80 Boote beheimatet, verteilt auf die Schweiz, Österreich und das deutsche Seeufer. Sogar ein Boot am Forggensee zählt mit dazu. Mit der „G 2“ dürfte das älteste Folkeboot in Deutschland auf dem Bodensee segeln. Eigner sind die Österreicher Wolfang und Trixi Eble aus Hard.
Das erste Folkeboot auf dem Bodensee wurde 1961 gesichtet. Sepp Locher hat uns aus dieser Zeit noch so manches „Anekdötchen“ erzählt. So z.B. von der ersten Folkeboot-Regatta 1963, als vier Folkeboote bei der „Rundum“ mit an den Start gehen durften. Aus dieser ersten Langstreckenregatta entwickelte sich eine rege Regatta-Tätigkeit der Folkebootler. 1966 waren dann schon acht Boote am Start auf der Langstrecke. Den ersten Platz belegte damals August Heinzle mit „Mira“ (FG 201), gefolgt von Bert Fühle auf „Helle“ (FG 219) und Helge Wassung mit „Together“ (FG 175).
Bis 2011 wurden am Bodensee sogar Holz-Folkeboote gebaut. Der Schweizer Roland Begré, auch einer von den „Alten“, begann Anfang der 70er Jahre damit. Er hat altershalber mit seiner kleinen Werft aufgehört und nun gehören die ausgesprochen schönen Holzboote zu den Raritäten.
Erster Obmann der Flotte Bodensee war Walter Sterkel. Bis heute ist die Flotte Bodensee ein Zusammenschluss Gleichgesinnter. Man ist noch heute stolz darauf, dass man nie einen Verein brauchte, um die Leute zusammenzuhalten. Es gibt keine Satzung, keinen festen Jahresbetrag und trotzdem oder gerade deshalb funktioniert der Zusammenhalt bis zum heutigen Tag. Die aktivsten Regattasegler der Flotte – etwa 30-40 – sind Mitglied in der Deutschen Folkeboot-Vereinigung.

Wer am Bodensee zum Segeln geht, hat im „Normalfall“ die Bergschuhe mit an Bord. So kann ein Flauten-Tag am See mit einem zünftigen Ausflug in die deutschen Weinberge oder die österreichischen und Schweizer Alpen genutzt werden. Wer nicht so hoch hinaus möchte, kann im Sommer mit dem Boot die Bregenzer Festspiele besuchen, die schönen Städte rings um den See besichtigen, oder den Highlights wie – der Blumeninsel Mainau, den geschichtlich bedeutsamen Unteruhldinger Pfahlbauten, dem Konstanzer Seenachtsfest, der Lindauer Insel – und vielen weiteren Besonderheiten einen Besuch abstatten.
Ganz Extreme gehen vom Segeln sogar zum Skifahren. In kurzer Zeit sind die schönsten Skigebiete erreicht. Die meisten Segler am Bodensee fühlen sich natürlich auch in dieser Sportart wie zu Hause.
Die Kontakte in den „hohen Norden“ wurden vor allem durch Rolf Huber geknüpft, der 1974 zum ersten Male am Goldpokal in Kerteminde teilnahm und mit dem Boot einer dänischen Familie segelte. Dort lernte er die Folkebootsegler aus Eckernförde kennen, zu denen die Flotte seither sehr engen Kontakt hält. Seit 1988 sind die Bodensee‘ler zu Gast bei der Frühjahrsregatta in Eckernförde. Jedes Jahr „pilgern“ rund 10-15 Segler hinauf in den Norden, nicht nur um zu segeln, auch um die sprichwörtliche Gastfreundschaft mit Flensburger Bier, Krabben und anderen Fischspezialitäten zu genießen. Im Gegenzug besuchen uns die Förde‘ner zum Schlusslicht in Konstanz, um einen schönen herbstlichen Saisonabschluss miteinander auf dem See und in der Konzilstadt zu verbringen.
Auch zur Berliner Flotte bestehen seit mehreren Jahren enge freundschaftliche Kontakte. Die beliebte „Rolling Home“ in Berlin und die „Meersburger Regatta“ oder das „Schlusslicht“ am Bodensee sind willkommene Gelegenheiten sich wiederzusehen und miteinander ein genussvolles seglerisches Wochenende zu verbringen.
„Unsere Freunde aus dem Norden haben schon maßgeblichen Anteil was das Segeln bei uns betrifft. Sie haben uns wirklich auf die Sprünge geholfen“, sind sich z.B. Rolf Huber und Rainer Willibald einig. Mit Rainer Willibald hat man am Bodensee übrigens einen nicht unbedeutenden Regatta-Segler, der lange Zeit in der Bestenliste unter den ersten zehn zu finden war.

Rund 45 Häfen gibt es allein am Obersee, die meisten mit gemütlichen Clubhäusern, WC-Anlagen und Gelegenheit für eine warme Dusche – auch „kalt“ wenn’s denn nötig ist. Zehn weitere Häfen können am Untersee angelaufen werden. Einige dieser Häfen waren schon öfter Ziel unserer alljährlichen Sternfahrt zu Pfingsten. Meistens ein Heimathafen eines Folkebootseglers, der auch dann das gemütliche Beisammensein organisiert.
Inzwischen ist eine neue Generation von Folkeboot-Seglern herangewachsen. Nachdem Sepp Locher das Amt des Obmannes bis 1971 ausübte, folgte ihm Rolf Huber. Danach Otto Ziegler, H.-J. Hildenbrandt, Sigi Däschle und Hebert Wolff. Ab 1998 übernahm Norbert Herrmann und nach ihm Rainer Willibald dieses Amt. Seit 2013 ist Elly Kaspar Obfrau der Flotte.
Um wieder auf das Familiäre zurückzukommen, auch wenn außerhalb der Saison nicht mehr gesegelt wird, gibt es regelmäßige Treffen unter den Folkeboot-Seglern, wie unseren Regatta- und Veranstaltungsterminen zu entnehmen ist.

Folkeboote vom Bodensee sind erfolgreich bei nationalen und internationalen Wettbewerben vertreten. Immer wieder wird auch eine Deutsche Meisterschaft auf dem See ausgetragen. Am Bodensee fand fünf Mal die Deutsche Meisterschaft der Nordischen Folkeboote statt. 1981, 1986 , und 1991 in Konstanz, 1999 in Kressbronn und 2007 in Radolfzell. 2017 wird wieder eine Internationale Meisterschaft in Lindau ausgetragen werden – organisiert vom traditionsreichen Lindauer Segel Club.