Kerteminde – 75 Jahre Folkeboot

Ein Bericht eines Folkebootseglers aus Hamburg:

Diese Jahr sollte es sein , ein dreifach Jubiläum wirft  seinen Schatten voraus:
#75 Jahre Folkeboot wird gefeiert
#75 Jahre wird der Folkeboot-Segler und Verfasser dieser Zeilen alt
#50 Jahre wird mein sein Folkeboot alt

Der kurz gefasste Hintergrund hierzu ist, für nicht in der Szene bewanderte Segler, schnell erklärt: Das Nordische Folkeboot wurde 1941 an Schwedens Westküste mit Unterstützung des Reeders Erikson als Ergebnis eines Konstruktionswettbewerbs aus der Taufe gehoben. Nachdem die Folgen der Kriegswirren überwunden waren, nahm dieser gelungene Entwurf  seinen Aufschwung als gut segelndes Familienboot in ganz Skandinavien und  auch in Deutschland. Für die Weiterentwicklung des Bootes haben anschließend die dänischen Segler die meisten Innovationen eingebracht, so dass sich folgerichtig  Kerteminde als der Ort für dieses Jubiläum ergeben hat.

Dafür haben sich die dänischen Gastgeber kräftig ins Zeug gelegt und eine Jubiläumsparty für über 300 Gäste aus aller Welt organisiert. Dazu waren auch 6 Boote aus den Hamburger Vereinen (1* NRV,1* MSC, 1*SVA, 1*SCU, 2* SVAOe) angemeldet. Gleichzeitig wurde der Gold-Pokal für Folkeboote ebenfalls nach Kerteminde vergeben. Es war also alles was Rang und Namen hatte vertreten und die Feier konnte gut besucht starten. Nach viel Hallo und „Long Time no see“ ging es zum Aufwärmen in Erik Andreasens Werfthalle und weiter zum Fest-Buffet mit passenden Worten und Musik und Geselligkeit bis spät in die Nacht. Hierzu hatte man sich eine gut gemischte Sitz-Platzierung ausgedacht, die unerwartet neue Bekanntschaften erschloss und so wurde auch mein Folkeboot-Horizont bis nach Plymouth und über Turku bis ins an den Baldeneysee erweitert. Der folgende Morgen war natürlich chaotisch mit den Startvorbereitungen für die Gold-Cup-Regatten. Auch meine Besatzung für die Weiterfahrt traf viel zu früh ein. Die anderen Boote aus Hamburg waren schon ausgelaufen, wahrscheinlich hatte deren Party-Horizont nicht so lange ausgehalten. Aber, altersweise geworden, habe ich mich auf das Zuschauen beim Start beschränkt und, wie die Fotos zeigen, war es ganz anspruchsvoll für die über 70 Teilnehmer. Es war sogar ein Boot der ersten Serie aus den 40er Jahren aus Schweden dabei und man staune: das Boot hatte ca. 40 kg Untergewicht und musste Zusatz-Blei einkaufen.

Dann war Schluss mit Staunen, wir sind weiter rund Fünen gesegelt und wurden, man staunt schon wieder, in Faaborg von Folkeboot-Seglern vom Bodensee begrüßt. Dies Begrüßungskomitee hatte ich im Frühjahr beim Ski-Meeting in Vorarlberg getroffen, organisiert von der Bodensee Flotte der Folkeboote, wer sonst kann so was veranstalten! Nach so vielen Begegnungen segeln wir über Lyö und Schleimünde nach Eckernförde zum SVAOe-Stützpunkt und machen unsere wohl verdiente Pause.

Bis zum nächsten Jahr grüßt Euch Euer
Georg Pulver

Text und Foto: Georg Pulver

 

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