Bedingungen wie an der Küste

Am letzten Septemberwochenende zum Konstanzer Schlusslicht beim KYC wurden wir von Petrus mit Bedingungen beschenkt, die es bei uns am See wahrlich nicht oft gibt: Ein stabiler Nordost, um die vier Beaufort mit Böen bis zu fünf, strahlender Sonnenschein und wunderbare Temperaturen.
Dazu noch ein Feld von 15 Schiffen, mit etlichen Gästen aus dem hohen Norden: neben den alljährlichen Gästen aus Eckernförde war dieses Mal auch Jürgen Breitenbach aus Kiel zu Gast, der die Regatta mit einem Urlaub in den Bergen verbunden hatte. Die Ersten reisten schon am Freitag an und es gab im Clubhaus großes Hallo und herzliche Begrüßungen.

Am Samstagvormittag begann die übliche Unruhe am Steg mit Schiff ausräumen, Trimm auf den angesagten Wind einstellen, Regatta-Unterlagen abholen und den üblichen Vorbereitungen bevor es auf die Bahn gehen sollte. Ausfallbedingt hat ein Skipper auch schnell noch einen ‚Ersatzvorschoter‘ organisiert, der sich in Windeseile auf sein Motorrad schwang und rechtzeitig zum Auslaufen am Steg stand.
Nordost bedeutet im Konstanzer Trichter, dass die Wellen viel Platz haben, sich aufzubauen, und so fuhren wir wohl gegen das, was man in Kiel eine „Stollergrundwelle“ nennt. Für die, die das nicht so oft haben, war das Trimmen eine echte Herausforderung – und nicht alle lösten sie glücklich. Hinzu kommt dann noch die übliche Tücke des Reviers und alles zusammen genommen, war es auch ein anstrengender Tag, denn die Wettfahrtleitung beschloss, das meiste aus dem Wetter rauszuholen und fuhr vier Wettfahrten komplett durch.
Auf dem Steg beim Einlaufbier wurden anschließend die denkwürdigsten Momente des Tages in regem Austausch aufgearbeitet und diskutiert: Ein Mann über Bord, ein abgerissener Pinnenausleger, ein abgefahrener Verklicker, eine ausgerissene Niederholerklemme, ein verlorener Pinnenbolzen und – der Klassiker – zwei zerbrochene Fockbäume. Unstrittig war: Es war einiges los auf der Bahn. Im Sonnenuntergangslicht war die Stimmung auf der Mole ausgelassen und heiter und zog sich bis zum Abendessen.
Verköstigt wurden wir mit leckerer Lasagne und anschließend noch üppigem Nachtisch. Anders als sonst zogen aber dem Vernehmen nach die meisten nach dem Essen in Richtung Koje oder Bett anstatt in die Weinstuben in der Stadt.

Der Morgen darauf begann mit Frühstück im Club ganz gemütlich, denn es war zunächst Startverschiebung bis sich der Nebel ein wenig verzogen und auf dem Wasser eine Thermik aufgebaut hatte. Dann allerdings standen zwei Windstärken aus Ost so stabil, dass noch zwei weitere Wettfahrten gefahren werden konnten, davon eine verkürzt.

Auf dem Feld hatten sich an beiden Tagen die Platzierungen immer wieder stark verschoben. Gewonnen hat Alexander Denn und Eberhard Thurn (Kressbronner Segler), GER 631, vor Gerhard Kunze und Johannes Steim (Seglerverein Purren), GER 461 und Rolf Huber (Konstanzer Yachtclub) und die Gäste Dieter Pohlmann und Ralf Paetzel, GER 602. Mit gleicher Punktzahl wurden die Plätze 4 bis 6 vergeben.

Erika Beyerle (GER 220) + Elly Kaspar (GER 635)

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